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Ein Bauer schafft Biodiversität in der Landwirtschaft wie aus dem Praxishandbuch

Armon Fliri hat auf seinem Bauernhof ein Mosaik aus Wiesen, Äckern, Hochstammbäumen und Kleinstrukturen geschaffen. Ein Musterbeispiel wie aus dem Praxishandbuch «Biodiversität in der Landwirtschaft».

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Jürg Vollmer
Sept. 18, 2026
Landwirt Armon Fliri steht mit einem Pflanzspaten in einer extensiv bewirtschafteten Wiese am Sonnenberg. Hinter ihm zieht sich ein breiter Altgrasstreifen mit hohem, trockenem Gras durch die grüne Hangwiese; im Hintergrund liegen Wald und weitere Landwirtschaftsflächen.
Landwirt Armon Fliri vor einem Altgrasstreifen, der Insekten und anderen kleinen Lebewesen eine Überwinterungsmöglichkeit bietet. (Foto: Jürg Vollmer)

Armon Fliri steht auf der gemähten Weide vor einem Altgrasstreifen, den Pflanzspaten in der Hand. Für Spaziergänger sieht es aus, als ob der Landwirt vom Bio-Bauernhof Sonnenberg diesen Streifen beim Mähen vergessen hätte. Er hat das hohe Gras aber bewusst stehen gelassen.

Im Winter finden Insekten und andere Kleintiere darin Schutz. Sie bilden wiederum die Nahrungsgrundlage für grössere Tiere wie Wiesel.

Der Altgrasstreifen ist eine von vielen Massnahmen auf dem Sonnenberg. Fliri und seine Frau Johanna bewirtschaften den Hof seit 2004 nach den Richtlinien von Bio Suisse.

Der Betrieb zeigt: Landwirtschaft und Biodiversität lassen sich verbinden. Das verlangt jedoch mehr als ein paar zusätzliche Strukturen am Feldrand. «Entscheidend sind die Auswahl der Massnahmen, ihre Lage und die Pflege über viele Jahre», sagt Biodiversitäts-Expertin Véronique Chevillat.

Véronique Chevillat hat als Mit-Autorin das neue
Praxishandbuch «Biodiversität in der Landwirtschaft»
mitgeschrieben, herausgegeben vom
Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL)
und der Vogelwarte Schweiz.

Landwirt Armon Fliri geht mit einem Pflanzspaten in der Hand über eine extensiv bewirtschaftete Wiese am Sonnenberg. Dahinter liegen ein Acker mit Gründüngung und eine Wiese mit Hochstamm-Obstbäumen. Im Hintergrund erstrecken sich die Stadt Zürich und der bewaldete Uetliberg unter einem wolkenreichen Himmel.
Vier Möglichkeiten zur Förderung der Biodiversität auf dem Sonnenberg in einem Bild: Vorne eine extensiv bewirtschaftete Wiese, in der Bildmitte ein Acker mit Gründüngung und dahinter eine Wiese mit Hochstamm-Obstbäumen und rechts eine Hecke. Im Hintergrund die Stadt Zürich. (Foto: Jürg Vollmer)

Der Sonnenberg ist eine Biodiversitäts-Oase am Stadtrand von Zürich

Der Sonnenberg liegt Luftlinie nur acht Kilometer vom Hauptbahnhof Zürich entfernt am Rande der dicht besiedelten Agglomeration.

Armon Fliri nennt seinen Betrieb eine «Biodiversitäts-Oase am Stadtrand von Zürich». Ein schönes Bild – aber eines, das Fragen aufwirft. Eine Oase ist ein begrenzter, fruchtbarer Ort in einer lebensfeindlicheren Umgebung.

Für Menschen mag das romantisch klingen. Für Tiere und Pflanzen kann die Begrenzung zum Problem werden. Eine ökologisch wertvolle Fläche hilft vielen Arten nur dann langfristig, wenn sie gross genug und mit weiteren Lebensräumen vernetzt ist.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob Armon Fliri Biodiversität fördert – das ist offensichtlich. Sondern: Wie aus seinen zahlreichen Massnahmen ein funktionierendes Lebensraumnetz?

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