Die Feldtage 2026 in Kirchberg: Ein Blick in die Zukunft der Landwirtschaft
7400 Besucher haben die Feldtage in Kirchberg besucht. Die mit 15 ha grösste Pflanzenbau-Veranstaltung der Schweiz war Treffpunkt für alle, die sich für die Zukunft der Landwirtschaft interessieren.
Ich habe die Schweizer Feldtage 2026 in Kirchberg bei Bern besucht, die alle zwei Jahre stattfinden. Mit ihren vielen Versuchsparzellen auf 15 Hektar (umgerechnet 21 Fussballfelder) sind die Feldtage die grösste Pflanzenbau-Veranstaltung der Schweiz für alle, die sich für die Zukunft der Landwirtschaft interessieren. (Foto: Jürg Vollmer)
Autonome Feldroboter ersetzen die Traktoren
Zu den Highlights der Feldtage 2026 in Kirchberg zählte der Feldroboter des holländischen Herstellers AgXeed mit einem 75 PS Dieselgenerator. Ein 3D-Lidar-Sensor scannt die Umgebung bis zu 80 Meter voraus. So sieht der Feldroboter von Weitem, ob ein mögliches Hindernis auf seiner Route vorkommt. (Foto: Jürg Vollmer)
Der autonome Feldroboter AgBot ist mit modernen Sicherheitssystemen ausgestattet. Ein 3D-Lidar-Sensor scannt die Umgebung bis zu 80 Meter voraus. So «sieht» der Feldroboter von Weitem, ob ein mögliches Hindernis auf seiner Route vorkommt und reduziert die Geschwindigkeit, bis es in den Bereich von Radar und Ultraschall kommt. Ist das Hindernis immer noch da – zum Beispiel ein Wildtier – hält der AgBot vorher an. (Foto: Jürg Vollmer)
Das Kontrastprogramm zum autonomen Feldroboter ist dieser Lanz Bulldog D 9506, eine Ikone aus der Frühzeit der Traktoren. Von 1934 bis 1955 baute Lanz in Mannheim 3820 Stück dieser Grosstraktoren mit damals sagenhaften 45 PS. Zum Vergleich: Die Leistung heutiger Grosstraktoren reicht bis 900 PS. (Foto: Jürg Vollmer)
Heute schon bringen Drohnen Dünger und Pflanzenschutzmittel aus
Mehr als die Traktoren interessierten mich aber die Versuchsfelder für Brotweizen: Feld an Feld wurden für die Feldtage in Kirchberg verschiedene Weizensorten im intensiven und extensiven Anbau angebaut, mit Pflanzenstärkung und verschiedenen Düngungen. (Foto: Jürg Vollmer)
Mehr als die Traktoren interessierten mich aber die Versuchsfelder für Brotweizen: Feld an Feld wurden für die Feldtage in Kirchberg verschiedene Weizensorten im intensiven und extensiven Anbau angebaut, mit Pflanzenstärkung und verschiedenen Düngungen. (Foto: Jürg Vollmer)
Wenn ein Landwirt den Boden nicht mit dem schweren Traktor verdichten will, ruft er die Agrarpiloten. Deren DJI Drohne ist «ein bisschen» grösser als eine handelsübliche Amateur-Drohne wie die DJI Neo mit 135 Gramm: Mit 3,5 Meter Spannweite trägt die DJI Agras bis 100 kg Nutzlast zum Verteilen von Dünger und Pflanzenschutzmitteln. (Foto: Jürg Vollmer)
Das grösste Fahrzeug heisst ausgerechnet «Maus»
Es hat einen gewissen Charme, dass die grösste Maschine an den Feldtagen 2026 in Kirchberg «Maus» heisst. Die 15 Meter lange ROPA Maus 5 ist ein Rübenreinigungslader, der bis zu 560 Tonnen Zuckerrüben pro Stunde (!) von den «Rüben-Hügeln» am Feldrand lädt, reinigt und auf LKW ablädt, welche die Zuckerrüben in die Fabrik fahren. (Foto: Jürg Vollmer)
Der Name «Maus» entstand als prägnantes Akronym und steht für Miete, Aufnahme, Umladen, System. Von den «Rüben-Hügeln» (Miete) am Feldrand lädt die 15 Meter lange ROPA Maus 5 (Aufnahme) bis zu 560 Tonnen Zuckerrüben pro Stunde (!) und lädt diese auf LKW ab (Umladen), welche die Zuckerrüben in die Fabrik fahren. (Foto: Jürg Vollmer)
Drei Tage lang waren die Feldtage 2026 in Kirchberg BE die grösste Pflanzenbau-Veranstaltung der Schweiz. Rund 7000 Besucher haben über 300 Sorten-, Düngungs- und Pflanzenbau-Versuche angeschaut sowie täglich über 30 Rundgänge und 10 Fachreferate besucht. (Foto: Jürg Vollmer)
Die Feldtage 2026 in Kirchberg zeigten den Ackerbau als Versuchsfeld im doppelten Sinn: breit in der Fruchtfolge, präzise in der Sortenprüfung, technisch im Umbruch.
Auf 15 Hektar standen Getreide, Raps, Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben, Sonnenblumen, Eiweisspflanzen, Gemüse und Futterbau unter realen Standortbedingungen zum Vergleich.
Dabei wurde sichtbar, wohin sich die landwirtschaftliche Praxis bewegt: effizientere Düngung, gezieltere Bewässerung, mechanische Unkrautbekämpfung, Robotik, KI und Pflanzenschutz aus der Luft.
Dass in Kirchberg von der Ansaat bis zur Ernte alle Behandlungen mit Drohnen durchgeführt wurden, ist mehr als ein technisches Detail. Es zeigt, dass die Zukunft des Ackerbaus zunehmend auch über Daten und Sensoren läuft.
Organisiert wurden die Feldtage 2026 von den Fenaco-Unternehmen UFA-Samen (Saatgut), Landor (Düngemittel), Agroline (Pflanzenschutz). Die Fenaco Genossenschaft beschäftigt 11’600 Mitarbeitende und erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 7,2 Milliarden Franken.