Mit den neuen US-Ernährungsrichtlinien sollen die US-Amerikaner mehr Fleisch und Milchprodukte essen. Und dies, obwohl über 40 Prozent der US-Amerikaner Adipositas (krankhaftes Übergewicht) haben.
Herzlichen Dank für den freundlichen Hinweis, dass Fleisch nicht dick macht – und für die Abqualifizierung «Setzen! 6!».
Als Agrarjournalist mit Spezialisierung auf gesunde Ernährung bin ich immer wieder froh, wenn mir meinungsstarke Leser erklären, dass die US-Amerikaner nicht von Riesen-Portionen fettem und/oder hochverarbeitetem Fleisch wie Bacon, Sausage, Ribs, und Burger-Patties mit frittierten Beilagen und kalorienreiche Saucen dick werden.
Natürlich konsumieren die US-Amerikaner auch (!) zu viel Zucker und Weissmehl und zu wenig Frischkost. Dieses Problem wird aber durch eine Erhöhung des Fleischkonsums sicher nicht gelöst.
Denn mageres Hähnchenbrustfilet und Frischkost (unerhitzte, rohe pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Nüsse und Samen) bekommen die 90 Millionen US-Amerikaner in Schulen, Krankenhäusern, Militär und staatlichen Ernährungsprogrammen wohl kaum auf den Teller. Und nur für deren Kantinen und Essensausgaben sind die US-Ernährungsrichtlinien verpflichtend
Sie hatten aber nicht auf “Riesenportionen” abgezielt sondern auf Fleisch und Milchprodukte.
Eine große Cola bei McD in Europa ist 0,5l. In den USA was? 2l?
Schulspeisung in USA: Zuckergetränke, tote Fritten, labberige Toastbrotscheiben, ultrasüße Kekse.
Das tägliche Brot? - Chemisch hoch bearbeitete “Lebensmittel”(?) wie Chips mit Käsesauce ohne Käse, Weißmehlprodukte, die sich von 1l Volumen auf 1cm3 kompressieren lassen. - Von Hand. Der Hamburger, den Sie nennen, macht dick nicht weil dort Hackfleisch aufliegt, sondern auf Grund von Bleichmehlpappschachteln, Saucen aus Zucker und Chemie, und der Ice-cream aus dem 10l Eimer.
Ribs? - Ich versichere Ihnen: Sie könnten von frischen, gegrillten Ribs mit Butter so viel essen, wie Sie wollen, und nehmen kein gramm zu!
Tipp:
Fahren Sie mal nach Frankreich und schauen sich dort die ganzen “fetten” Menschen an. - Sie werden diese sicherlich nicht im Übermaß finden. Auch Schulkinder sind im Vergleich erstaunlich dünn.
Frankreich ist ein Land wo man zumindest im Ansatz noch das schätzt, was einem der Liebe Gott und Mutter Natur so bietet: Käse, Rahm, Butter, Eier, Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Gemüse, Obst, Getreide; fettige Pasteten, fettige Saucen, Eierspeisen, Rohmilchprodukte, Wein, Cognac … usw. usf.
Von daher würde ich die berühmte Ernährungspyramide als bedingt aussagekräftig beurteilen.
Und Ihren Artikel als Lebensmittelpropaganda.
P.S.: Anbei eine glückliche Kuh aus dem Burgund, die irgendwann ein paar Menschen glücklich macht!
🔥 Meine Güte, da fehlen ja die einfachsten Basiskenntnisse. Protein macht nicht dick.
🔥 Von Fleisch und Milch wird niemand dick. Und auch nicht krank.
🔥 Setzen! 6!
🔥 Von daher würde ich [...] Ihren Artikel als Lebensmittelpropaganda beurteilen.
Das sind einige Kommentare und Unterstellungen zu meinem Hintergrundbeitrag über «Die US-Ernährungsrichtlinien von Gesundheitsminister Kennedy und der Fleisch-Lobby», auf die ich kurz antworten möchte:
🎯 Die Hauptaussage des Hintergrundbeitrages ist nicht, dass Fleisch und Milch dick machen (das steht auch nirgends). Die Hauptaussage kann man im «Kurz & bündig» lesen: «Lobbyisten der Fleisch- und Milch-Industrie haben die neuen US-Ernährungsrichtlinien mitgeschrieben, die für 90 Millionen US-Amerikanern in Schulen, Krankenhäusern, Militär und staatlichen Ernährungsprogrammen verpflichtend sind.»
🎯 Als Agrarjournalist mit Spezialisierung auf gesunde Ernährung weiss ich selbstverständlich, dass Fleisch und Milch per se nicht dick machen. Ich weiss aber auch, dass die von den neuen US-Ernährungsrichtlinien geforderten 164 Kilo Fleisch pro Kopf/Jahr der US-Amerikaner für Umwelt, Tierwohl und die Menschen nicht gesund sind. Zum Vergleich: in den DACH-Ländern essen wir 50 bis 58 Kilo pro Kopf/Jahr – und das ist gemäss aktueller Wissenschaft schon zu viel.
🎯 Einem unabhängigen Journalisten fälschlicherweise «Lebensmittelpropaganda» (für was oder wen auch immer?) zu unterstellen, ist nicht nur faktisch falsch, sondern rufschädigend.
Ich schreibe seit Jahren über Landwirtschaft und Ernährung. Unabhängig, faktenbasiert, wissenschaftsbasiert – und mit Haltung. Konkret: Ich erkläre, wie der Übergang von unserem ungesunden, klimaschädlichen Ernährungssystem zu einer gesunden, ressourcenschonenden Versorgung funktionieren kann. Das kann man unter anderem in fast 100 «Food Revolution»-Beiträge lesen.
Man muss mit meiner Haltung nicht einverstanden sein. Und man mit mir darüber diskutieren, sehr gerne sogar. Aber bitte ohne Abqualifizierungen und Unterstellungen.
Ich bin immer wieder froh, wenn mir meinungsstarke LeserInnen helfen zu verstehen, dass Protein sättigt und nicht dick macht. Als Agrarjournalist mit Spezialisierung auf gesunde Ernährung kann ich sowas ja nicht wissen.
Und wahrscheinlich war ich auf meinen Recherche-Reisen in der US-Landwirtschaft auch immer bei den falschen US-Amerikanern zu Gast. Deren Teller sieht nämlich so aus: ein riesiges, fett-triefendes Stück Fleisch, über das Gravy geschüttet wird (Schweinefett mit Mehlschwitze), dazu ein Haufen French fries und ein Liter-Becher mit einem zuckersüssen Softdrink.
Soviel zum Thema gesunde Proteine und US-amerikanische Realität.
Schön polemisiert :) aber dadurch auch stark verkürzt. Das Problem ist nicht das Protein, sondern: Protein eingebettet in ein hochverarbeitetes, hyperkalorisches Umfeld. Deine Beschreibung ist natürlich für die meisten westlichen Gesellschaften korrekt. Führt aber am Protein-Thema eigentlich vorbei.
Ganz gut belegt ist doch aber ein positiver Effekt auf die Ernährung, wenn Protein eingebettet in Gemüse Teil der Ernährung ist. Gezielt als Anker, nicht als Hauptvolumen. Es sicher richtig dominant pflanzliche Proteine zu sich zu nehmen, strategisch machen tierische Proteine für Muskelerhalt oder -aufbau aufgrund höheren Leucinanteils aber auch Sinn.
Niemand bezweifelt, dass Protein sättigt. Das heisst aber nicht automatisch: Mehr Fleisch = gesünder oder schlanker. Entscheidend sind die Cuts (Fleischstücke), Portionengrösse, Zubereitung, Beilagen und die Kalorienbilanz.
So, wie die von der US-amerikanischen Fleisch-Lobby geschriebenen neuen US-Ernährungsrichtlinien einer extrem ungesund lebenden Gesellschaft mit vielen extrem armen Menschen eine extrem grosse Portion Protein verordnen, funktioniert es aber mit Sicherheit nicht.
Wenn mir deshalb unterstellt wird, dass mir «die einfachsten Basiskenntnisse fehlen» (siehe einen anderen Kommentar) oder lapidar geschrieben wird, dass «Protein sättigt und nicht ansetzt» – well now, that’s downright unfriendly!
Deshalb meine Ironie (im Unterschied zur unsachlichen Polemik).
So unterstreiche ich das voll und ganz :) Die fachlich saubere Diskussion driftet nur leider immer so leicht in den sehr ideologisch geführten Diskurs Fleisch-Vegetarier-Vegan ab. Hat aber eigentlich nicht unbedingt miteinander zu tun. Man kann sich vegan ähnlich ungesund ernähren, wie von dir polemisch mit Fleisch beschrieben
Der Witz ist, dass mich sowohl Veganer als auch Carnivoren kritisieren, weil ich unabhängig, faktenbasiert und einordnend schreibe. Ich interpretiere das als Zeichen, dass ich «auf dem richtigen Weg» bin.
Wie stehst Du zu feinem Tofu? Sinnvoll? Wie sieht es landwirtschaftlich und ernährungstechnisch aus? Gibt‘s auch welche, nicht hergeflogene gute weiche nasse frische Tofu? Mit Olivenöl und Gewürzen auch als Aufstrich gut. Aber, sinnvoll?
Meine Güte, da fehlen ja die einfachsten Basiskenntnisse. Protein macht nicht dick, verehrter Herr Autor.
Kohlenhydrate im Übermaß sind dafür verantwortlich. Die Leber wandelt überschüssige Kohlenhydrate (technisch alle Zucker unterschiedlicher Kettenlänge) in Fett um, das sich dann gern um die Körpermitte anlagert.
Dem Kommentaror mit dem verbrannten Hühnchen empfehle ich, mal RFK zu einem kleinen Fitnesstest einzuladen. Dürfte voraussichtlich aber mit Frust enden. Viel Spaß weiterhin in der Blase.
Herzlichen Dank für den freundlichen Hinweis, dass mir die einfachsten Basiskenntnisse fehlen. Als Agrarjournalist mit Spezialisierung auf gesunde Ernährung bin ich immer wieder froh, wenn mir meinungsstarke LeserInnen helfen, dieses Ding mit Proteinen und Kohlenhydraten zu verstehen.
Bei meiner nächsten Recherche-Reise in die Landwirtschaft der USA werde ich dem Koch von Starbeck's Smokehouse in Cedar Falls erklären, dass er den marinierten Schweinebrust-Würfeln (siehe Foto in meinem Bericht) die 20 Prozent Fett wegschneiden und in den Abfall werfen soll. I don’t give a flying shit about food waste!
Ohne Fett sind die Burnt Ends zwar nicht mehr aromatisch und saftig, sondern so trocken wie der Humor von Stephen Colbert. Aber der Koch wird dafür von den Arbeitern der benachbarten John Deere-Traktorenfabrik eine Standing Ovation erhalten.
Ich werde jetzt erst einmal in der Wikipedia nachlesen, was die ernährungsphysiologischen Eigenschaften von Proteinen und Kohlenhydraten sind …
Ja, da kann ich Ihnen als pensionierte Ärztin mit Fachrichtung Diabetologie natürlich nicht das Wasser reichen. Und schon gar nicht gegen Wikipedia “anstinken”.
Im Ernst, heißt ohne jeden Zungenschlag:
Ich bewege mich praktisch nur im Englischsprachigen Substack und verfolge die mich interessierenden Themen vor allem in den USA, Australien und Afrika, wo ich lebe. RFK jun auf die Pyramide zu reduzieren, wird ihm bei weitem nicht gerecht. Er fordert immer wieder auf, sich im Grunde an der Lebensweise von vor 50 Jahren zu orientieren. Damals waren fette Menschen in den USA (und den meisten anderen Ländern) die große Ausnahme. Selbst zubereitetes Essen, viel Bewegung draußen, Sonne, analoge Kontakte und was der Unterschiede mehr sind.
Es stimmt, dass der heutige US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. einige durchaus vernünftige Ansichten hat. So warnte er als Umwelt-Anwalt und Umweltaktivist vier Jahrzehnte lang vor den Umwelt- und Gesundheitsschäden des US-Ernährungssystems – und vor dem politischen Einfluss der Fleisch- und Milchbranche. Er kritisierte auch das krankhafte Übergewicht vieler Amerikaner, inklusive US-Präsident Trump.
Gleichzeitig ist er aktivistischer Impfgegner, Vertreter von Pseudowissenschaften und zahlreicher Verschwörungstheorien sowie AIDS-Leugner. Und mit der Ernennung zum Gesundheitsminister der Trump-Regierung hat er seine Überzeugungen ganz offensichtlich am Eingang zum Weissen Haus abgegeben.
Als Gesundheitsminister lässt er die Fleisch- und Milch-Lobby die neuen Ernährungsrichtlinien schreiben. Diese sind verpflichtend (!) für die Verpflegung von 90 Millionen US-Amerikanern in Schulen, Krankenhäusern, Militär und staatlichen Ernährungsprogrammen – mit Ausnahme der Soldaten alles vulnerable Teile der Gesellschaft.
46 Millionen US-Amerikaner leben in Armut. Diese haben oft zwei oder sogar drei Jobs, um zu überleben. Da sind Empfehlungen eines vielfachen Millionärs für selbst zubereitetes Essen, viel Bewegung draussen, Sonne und analoge Kontakte eher zynisch als hilfreich.
So etwas Verrücktes habe ich lange nicht gelesen. Das Umdrehen der Ernährungspyramide ist ein Sinnbild dafür, wie diese Regierung alles auf den Kopf stellt, was einem alleine schon der gesunde Menschenverstand sagt.
Vielleicht verknüpfe ich auch die falschen Sachen, aber hat Trump wohl Druck ausgeübt, weil er eine Lösung für das Farmersterben braucht? Das war - soweit ich mich erinnere - doch auch eine nicht ganz unrelevante Wählergruppe.
Gemäss dem United States Department of Agriculture USDA produzieren die vier republikanisch regierten Bundesstaaten Iowa, Nebraska, Kansas und Texas zusammen über 50 Prozent der US-weiten Rindfleisch-/Schweinefleisch-Produktion.
Da ist es sicher nur ein Zufall, dass US-Gesundheitsminister Kennedy (und hinter ihm Präsident Donald Trump) die Rindfleisch-/Schweinefleisch-Produktion dieser Bundesstaaten massiv unterstützen.
Adipositus kommt doch nicht vom Fleisch sonder übermässigen Kohlenhydraten Konsum.
Steht da irgendwo, dass die US-Amerikaner wegen ihrem hohen Fleisch-Konsum an Adipositas leiden? Nööö !!!
US Amerikaner sind adipos. - Stimmt!
Sind sie es wegen Fleisch- und Milchkonsum? - Auf gar keinen Fall!
Zu viel Zucker und Weißmehl. Kaum Frischkost. Falsche Fette. Das sind die Probleme.
Von Fleisch und Milch wird niemand dick. Und auch nicht krank.
Setzen! 6!
Herzlichen Dank für den freundlichen Hinweis, dass Fleisch nicht dick macht – und für die Abqualifizierung «Setzen! 6!».
Als Agrarjournalist mit Spezialisierung auf gesunde Ernährung bin ich immer wieder froh, wenn mir meinungsstarke Leser erklären, dass die US-Amerikaner nicht von Riesen-Portionen fettem und/oder hochverarbeitetem Fleisch wie Bacon, Sausage, Ribs, und Burger-Patties mit frittierten Beilagen und kalorienreiche Saucen dick werden.
Natürlich konsumieren die US-Amerikaner auch (!) zu viel Zucker und Weissmehl und zu wenig Frischkost. Dieses Problem wird aber durch eine Erhöhung des Fleischkonsums sicher nicht gelöst.
Denn mageres Hähnchenbrustfilet und Frischkost (unerhitzte, rohe pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Nüsse und Samen) bekommen die 90 Millionen US-Amerikaner in Schulen, Krankenhäusern, Militär und staatlichen Ernährungsprogrammen wohl kaum auf den Teller. Und nur für deren Kantinen und Essensausgaben sind die US-Ernährungsrichtlinien verpflichtend
Sie hatten aber nicht auf “Riesenportionen” abgezielt sondern auf Fleisch und Milchprodukte.
Eine große Cola bei McD in Europa ist 0,5l. In den USA was? 2l?
Schulspeisung in USA: Zuckergetränke, tote Fritten, labberige Toastbrotscheiben, ultrasüße Kekse.
Das tägliche Brot? - Chemisch hoch bearbeitete “Lebensmittel”(?) wie Chips mit Käsesauce ohne Käse, Weißmehlprodukte, die sich von 1l Volumen auf 1cm3 kompressieren lassen. - Von Hand. Der Hamburger, den Sie nennen, macht dick nicht weil dort Hackfleisch aufliegt, sondern auf Grund von Bleichmehlpappschachteln, Saucen aus Zucker und Chemie, und der Ice-cream aus dem 10l Eimer.
Ribs? - Ich versichere Ihnen: Sie könnten von frischen, gegrillten Ribs mit Butter so viel essen, wie Sie wollen, und nehmen kein gramm zu!
Tipp:
Fahren Sie mal nach Frankreich und schauen sich dort die ganzen “fetten” Menschen an. - Sie werden diese sicherlich nicht im Übermaß finden. Auch Schulkinder sind im Vergleich erstaunlich dünn.
Frankreich ist ein Land wo man zumindest im Ansatz noch das schätzt, was einem der Liebe Gott und Mutter Natur so bietet: Käse, Rahm, Butter, Eier, Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Gemüse, Obst, Getreide; fettige Pasteten, fettige Saucen, Eierspeisen, Rohmilchprodukte, Wein, Cognac … usw. usf.
Von daher würde ich die berühmte Ernährungspyramide als bedingt aussagekräftig beurteilen.
Und Ihren Artikel als Lebensmittelpropaganda.
P.S.: Anbei eine glückliche Kuh aus dem Burgund, die irgendwann ein paar Menschen glücklich macht!
🔥 Meine Güte, da fehlen ja die einfachsten Basiskenntnisse. Protein macht nicht dick.
🔥 Von Fleisch und Milch wird niemand dick. Und auch nicht krank.
🔥 Setzen! 6!
🔥 Von daher würde ich [...] Ihren Artikel als Lebensmittelpropaganda beurteilen.
Das sind einige Kommentare und Unterstellungen zu meinem Hintergrundbeitrag über «Die US-Ernährungsrichtlinien von Gesundheitsminister Kennedy und der Fleisch-Lobby», auf die ich kurz antworten möchte:
🎯 Die Hauptaussage des Hintergrundbeitrages ist nicht, dass Fleisch und Milch dick machen (das steht auch nirgends). Die Hauptaussage kann man im «Kurz & bündig» lesen: «Lobbyisten der Fleisch- und Milch-Industrie haben die neuen US-Ernährungsrichtlinien mitgeschrieben, die für 90 Millionen US-Amerikanern in Schulen, Krankenhäusern, Militär und staatlichen Ernährungsprogrammen verpflichtend sind.»
🎯 Als Agrarjournalist mit Spezialisierung auf gesunde Ernährung weiss ich selbstverständlich, dass Fleisch und Milch per se nicht dick machen. Ich weiss aber auch, dass die von den neuen US-Ernährungsrichtlinien geforderten 164 Kilo Fleisch pro Kopf/Jahr der US-Amerikaner für Umwelt, Tierwohl und die Menschen nicht gesund sind. Zum Vergleich: in den DACH-Ländern essen wir 50 bis 58 Kilo pro Kopf/Jahr – und das ist gemäss aktueller Wissenschaft schon zu viel.
🎯 Einem unabhängigen Journalisten fälschlicherweise «Lebensmittelpropaganda» (für was oder wen auch immer?) zu unterstellen, ist nicht nur faktisch falsch, sondern rufschädigend.
Ich schreibe seit Jahren über Landwirtschaft und Ernährung. Unabhängig, faktenbasiert, wissenschaftsbasiert – und mit Haltung. Konkret: Ich erkläre, wie der Übergang von unserem ungesunden, klimaschädlichen Ernährungssystem zu einer gesunden, ressourcenschonenden Versorgung funktionieren kann. Das kann man unter anderem in fast 100 «Food Revolution»-Beiträge lesen.
Man muss mit meiner Haltung nicht einverstanden sein. Und man mit mir darüber diskutieren, sehr gerne sogar. Aber bitte ohne Abqualifizierungen und Unterstellungen.
Protein sättigt und setzt nicht an.
Ich bin immer wieder froh, wenn mir meinungsstarke LeserInnen helfen zu verstehen, dass Protein sättigt und nicht dick macht. Als Agrarjournalist mit Spezialisierung auf gesunde Ernährung kann ich sowas ja nicht wissen.
Und wahrscheinlich war ich auf meinen Recherche-Reisen in der US-Landwirtschaft auch immer bei den falschen US-Amerikanern zu Gast. Deren Teller sieht nämlich so aus: ein riesiges, fett-triefendes Stück Fleisch, über das Gravy geschüttet wird (Schweinefett mit Mehlschwitze), dazu ein Haufen French fries und ein Liter-Becher mit einem zuckersüssen Softdrink.
Soviel zum Thema gesunde Proteine und US-amerikanische Realität.
Schön polemisiert :) aber dadurch auch stark verkürzt. Das Problem ist nicht das Protein, sondern: Protein eingebettet in ein hochverarbeitetes, hyperkalorisches Umfeld. Deine Beschreibung ist natürlich für die meisten westlichen Gesellschaften korrekt. Führt aber am Protein-Thema eigentlich vorbei.
Ganz gut belegt ist doch aber ein positiver Effekt auf die Ernährung, wenn Protein eingebettet in Gemüse Teil der Ernährung ist. Gezielt als Anker, nicht als Hauptvolumen. Es sicher richtig dominant pflanzliche Proteine zu sich zu nehmen, strategisch machen tierische Proteine für Muskelerhalt oder -aufbau aufgrund höheren Leucinanteils aber auch Sinn.
Niemand bezweifelt, dass Protein sättigt. Das heisst aber nicht automatisch: Mehr Fleisch = gesünder oder schlanker. Entscheidend sind die Cuts (Fleischstücke), Portionengrösse, Zubereitung, Beilagen und die Kalorienbilanz.
So, wie die von der US-amerikanischen Fleisch-Lobby geschriebenen neuen US-Ernährungsrichtlinien einer extrem ungesund lebenden Gesellschaft mit vielen extrem armen Menschen eine extrem grosse Portion Protein verordnen, funktioniert es aber mit Sicherheit nicht.
Wenn mir deshalb unterstellt wird, dass mir «die einfachsten Basiskenntnisse fehlen» (siehe einen anderen Kommentar) oder lapidar geschrieben wird, dass «Protein sättigt und nicht ansetzt» – well now, that’s downright unfriendly!
Deshalb meine Ironie (im Unterschied zur unsachlichen Polemik).
So unterstreiche ich das voll und ganz :) Die fachlich saubere Diskussion driftet nur leider immer so leicht in den sehr ideologisch geführten Diskurs Fleisch-Vegetarier-Vegan ab. Hat aber eigentlich nicht unbedingt miteinander zu tun. Man kann sich vegan ähnlich ungesund ernähren, wie von dir polemisch mit Fleisch beschrieben
Der Witz ist, dass mich sowohl Veganer als auch Carnivoren kritisieren, weil ich unabhängig, faktenbasiert und einordnend schreibe. Ich interpretiere das als Zeichen, dass ich «auf dem richtigen Weg» bin.
Ganz sicher! Ernährungsthemen sind leider oft zu religiöse Diskussionen verkommen. Da kann man nur verlieren ;)
Wie stehst Du zu feinem Tofu? Sinnvoll? Wie sieht es landwirtschaftlich und ernährungstechnisch aus? Gibt‘s auch welche, nicht hergeflogene gute weiche nasse frische Tofu? Mit Olivenöl und Gewürzen auch als Aufstrich gut. Aber, sinnvoll?
Meine Güte, da fehlen ja die einfachsten Basiskenntnisse. Protein macht nicht dick, verehrter Herr Autor.
Kohlenhydrate im Übermaß sind dafür verantwortlich. Die Leber wandelt überschüssige Kohlenhydrate (technisch alle Zucker unterschiedlicher Kettenlänge) in Fett um, das sich dann gern um die Körpermitte anlagert.
Dem Kommentaror mit dem verbrannten Hühnchen empfehle ich, mal RFK zu einem kleinen Fitnesstest einzuladen. Dürfte voraussichtlich aber mit Frust enden. Viel Spaß weiterhin in der Blase.
Herzlichen Dank für den freundlichen Hinweis, dass mir die einfachsten Basiskenntnisse fehlen. Als Agrarjournalist mit Spezialisierung auf gesunde Ernährung bin ich immer wieder froh, wenn mir meinungsstarke LeserInnen helfen, dieses Ding mit Proteinen und Kohlenhydraten zu verstehen.
Bei meiner nächsten Recherche-Reise in die Landwirtschaft der USA werde ich dem Koch von Starbeck's Smokehouse in Cedar Falls erklären, dass er den marinierten Schweinebrust-Würfeln (siehe Foto in meinem Bericht) die 20 Prozent Fett wegschneiden und in den Abfall werfen soll. I don’t give a flying shit about food waste!
Ohne Fett sind die Burnt Ends zwar nicht mehr aromatisch und saftig, sondern so trocken wie der Humor von Stephen Colbert. Aber der Koch wird dafür von den Arbeitern der benachbarten John Deere-Traktorenfabrik eine Standing Ovation erhalten.
Ich werde jetzt erst einmal in der Wikipedia nachlesen, was die ernährungsphysiologischen Eigenschaften von Proteinen und Kohlenhydraten sind …
Ja, da kann ich Ihnen als pensionierte Ärztin mit Fachrichtung Diabetologie natürlich nicht das Wasser reichen. Und schon gar nicht gegen Wikipedia “anstinken”.
Im Ernst, heißt ohne jeden Zungenschlag:
Ich bewege mich praktisch nur im Englischsprachigen Substack und verfolge die mich interessierenden Themen vor allem in den USA, Australien und Afrika, wo ich lebe. RFK jun auf die Pyramide zu reduzieren, wird ihm bei weitem nicht gerecht. Er fordert immer wieder auf, sich im Grunde an der Lebensweise von vor 50 Jahren zu orientieren. Damals waren fette Menschen in den USA (und den meisten anderen Ländern) die große Ausnahme. Selbst zubereitetes Essen, viel Bewegung draußen, Sonne, analoge Kontakte und was der Unterschiede mehr sind.
Schöne Grüße
Es stimmt, dass der heutige US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. einige durchaus vernünftige Ansichten hat. So warnte er als Umwelt-Anwalt und Umweltaktivist vier Jahrzehnte lang vor den Umwelt- und Gesundheitsschäden des US-Ernährungssystems – und vor dem politischen Einfluss der Fleisch- und Milchbranche. Er kritisierte auch das krankhafte Übergewicht vieler Amerikaner, inklusive US-Präsident Trump.
Gleichzeitig ist er aktivistischer Impfgegner, Vertreter von Pseudowissenschaften und zahlreicher Verschwörungstheorien sowie AIDS-Leugner. Und mit der Ernennung zum Gesundheitsminister der Trump-Regierung hat er seine Überzeugungen ganz offensichtlich am Eingang zum Weissen Haus abgegeben.
Als Gesundheitsminister lässt er die Fleisch- und Milch-Lobby die neuen Ernährungsrichtlinien schreiben. Diese sind verpflichtend (!) für die Verpflegung von 90 Millionen US-Amerikanern in Schulen, Krankenhäusern, Militär und staatlichen Ernährungsprogrammen – mit Ausnahme der Soldaten alles vulnerable Teile der Gesellschaft.
46 Millionen US-Amerikaner leben in Armut. Diese haben oft zwei oder sogar drei Jobs, um zu überleben. Da sind Empfehlungen eines vielfachen Millionärs für selbst zubereitetes Essen, viel Bewegung draussen, Sonne und analoge Kontakte eher zynisch als hilfreich.
Mich wundert das nicht, von einem Typen, der mittlerweile selber aussieht, wie ein knusprig-verbranntes Brathähnchen.
So etwas Verrücktes habe ich lange nicht gelesen. Das Umdrehen der Ernährungspyramide ist ein Sinnbild dafür, wie diese Regierung alles auf den Kopf stellt, was einem alleine schon der gesunde Menschenverstand sagt.
Zu dem Foto: einfach ekelhaft und passt zur Politik von DJT & Co. (Ich kann das Trumpeln nicht mehr hören).
Vielleicht verknüpfe ich auch die falschen Sachen, aber hat Trump wohl Druck ausgeübt, weil er eine Lösung für das Farmersterben braucht? Das war - soweit ich mich erinnere - doch auch eine nicht ganz unrelevante Wählergruppe.
Gemäss dem United States Department of Agriculture USDA produzieren die vier republikanisch regierten Bundesstaaten Iowa, Nebraska, Kansas und Texas zusammen über 50 Prozent der US-weiten Rindfleisch-/Schweinefleisch-Produktion.
Da ist es sicher nur ein Zufall, dass US-Gesundheitsminister Kennedy (und hinter ihm Präsident Donald Trump) die Rindfleisch-/Schweinefleisch-Produktion dieser Bundesstaaten massiv unterstützen.
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