Werkstattbericht Juli 2026: Goldfische, Debattenkultur und eine Kooperation
Im Werkstattbericht Juli 2026 vergleiche ich die Aufmerksamkeit von LeserInnen mit jener von Goldfischen, analysiere die gestörte Debattenkultur und teste eine Kooperation mit einem Kochbuch-Autor.

Einmal monatlich erhalten Bezahl-AbonnentInnen meinen exklusiven Werkstattbericht. Der Blick hinter die Kulissen zeigt: Was beschäftigt mich bei der Arbeit an «Food Revolution»? Was lerne ich von den LeserInnen? Und welche Fragen bleiben nach einer Recherche offen?
1. Wieso ich die LeserInnen mit Goldfisch vergleiche
Angeblich können sich Goldfische neun Sekunden lang konzentrieren, durchschnittliche LeserInnen nur acht Sekunden. Das ist wissenschaftlich nicht belastbar, trifft aber einen Nerv: Online-Texte werden zunehmend so gebaut, als hielten heutige LeserInnen kaum länger als einen Atemzug durch.
Es ist eine Tatsache: bis 30 Prozent der Erwachsenen in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben Schwierigkeiten mit dem sinnerfassenden Lesen längerer Texte. Betroffene gelten als funktionale Analphabeten.
Vor den Reportagen von «Food Revolution» standen bisher deshalb sogenannte Key Takeaways (ich nannte sie «Kurz & bündig»). Die wichtigsten Aussagen in wenigen Sätzen. Das war praktisch für alle, die längere Texte nicht lesen können oder wollen und rasch wissen wollten, worum es geht. Und genau darin liegt das Problem.



