«Nur noch 60 Ernten weltweit, dann wird ein Grossteil der Menschheit verhungern» klingt wie der ultimative Countdown. Wissenschaft? Endzeit? Der Faktencheck zeigt, es ist weder noch.
Ich finde, NGOs, die mediengenerierten Alarmismus (für den sie selbst nicht verantwortlich sind) nutzen, um Ressourcen zu acquirieren, deutlich weniger problematisch, als wenn große Konzerne (die meist für die Umwelt- oder Klimaprobleme verantwortlich sind) so etwas zum Green Washing nutzen. Es fühlt sich falsch an, beide in einen Topf zu packen, besonders wenn es doch viele NGOs gibt, die sich für den Schutz von Böden stark machen und (im Gegensatz zu gewinnorientierten Unternehmen) das auch ernst meinen.
Die grossen NGOs sind nichts anderes als gewinnorientierte Unternehmen mit einem guten Zweck (für den sie aus Gewinngründen sehr biegsam sein können). Das weiss ich aus der Innenperspektive: Ich habe einem Diplom-Lehrgang NGO-Management / Fundraising abolviert und war Geschäftsführer einer NGO.
Danke für den tollen Artikel! Ich verstehe Ihre Zugänge und Argumentation, gleichzeitig möchte ich schon noch ein paar andere Aspekte mit einbringen: Diese Zuspitzungen in der Kommunikation liegen meiner Meinung nach auch der (aktuellen) Medienlogik begründet, die keine Zeit und keinen Platz für differenzierte Auseinandersetzung hat. Alles was mehr als eine Zahl und Kernaussage bedeutet, wird nicht mehr gedruckt. Zusätzlich ist die Sorge um eine weitere Verschlechterung und Zerstörung unserer Böden durchaus berechtigt, wenn man sich die aktuellen Entwicklungen auf EU-Ebene ansieht (Stichworte "Omnibusse" und "MFF").
Herzlichen Dank für die kritisch-positive oder positiv-kritische Rückmeldung!
Die Sorge um eine weitere Verschlechterung und Zerstörung unserer Böden ist tatsächlich berechtigt. Das habe ich im vergangenen Jahr in einer Praxis-Weiterbildung in regenerativer Landwirtschaft gesehen, über welche ich eine Serie geschrieben habe: https://www.food-revolution.info/t/regenerative-landwirtschaft
Und tatsächlich haben die meisten Medien keine Zeit und keinen Platz für differenzierte Auseinandersetzung. Das sehe ich an jeder Medienkonferenz zum Thema Landwirtschaft. Nur ein Beispiel:
2025 organisierten Bio Suisse und das Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL (zwei der weltweit renommiertesten Bio-Organisationen) eine Medienkonferenz zum Thema «Die Milchkuh ist kein Klimakiller, sie kann sogar ein Klimaretter sein». Es kamen genau drei Journalisten: Die KollegInnen der beiden nationalen Landwirtschaftszeitungen und ich. Für alle anderen Medien war das «zuwenig Feindbild Landwirtschaft».
Danke für die verständliche Aufarbeitung!
Nur ein Kommentar:
Ich finde, NGOs, die mediengenerierten Alarmismus (für den sie selbst nicht verantwortlich sind) nutzen, um Ressourcen zu acquirieren, deutlich weniger problematisch, als wenn große Konzerne (die meist für die Umwelt- oder Klimaprobleme verantwortlich sind) so etwas zum Green Washing nutzen. Es fühlt sich falsch an, beide in einen Topf zu packen, besonders wenn es doch viele NGOs gibt, die sich für den Schutz von Böden stark machen und (im Gegensatz zu gewinnorientierten Unternehmen) das auch ernst meinen.
Die grossen NGOs sind nichts anderes als gewinnorientierte Unternehmen mit einem guten Zweck (für den sie aus Gewinngründen sehr biegsam sein können). Das weiss ich aus der Innenperspektive: Ich habe einem Diplom-Lehrgang NGO-Management / Fundraising abolviert und war Geschäftsführer einer NGO.
Ah okay, alles klar, danke dir.
Das erklärt, warum viele Aktivisten, gerade im Bereich Klima, nichts mit den Big Playern der NGOs zu tun haben wollen 🙈
Danke für den tollen Artikel! Ich verstehe Ihre Zugänge und Argumentation, gleichzeitig möchte ich schon noch ein paar andere Aspekte mit einbringen: Diese Zuspitzungen in der Kommunikation liegen meiner Meinung nach auch der (aktuellen) Medienlogik begründet, die keine Zeit und keinen Platz für differenzierte Auseinandersetzung hat. Alles was mehr als eine Zahl und Kernaussage bedeutet, wird nicht mehr gedruckt. Zusätzlich ist die Sorge um eine weitere Verschlechterung und Zerstörung unserer Böden durchaus berechtigt, wenn man sich die aktuellen Entwicklungen auf EU-Ebene ansieht (Stichworte "Omnibusse" und "MFF").
Herzlichen Dank für die kritisch-positive oder positiv-kritische Rückmeldung!
Die Sorge um eine weitere Verschlechterung und Zerstörung unserer Böden ist tatsächlich berechtigt. Das habe ich im vergangenen Jahr in einer Praxis-Weiterbildung in regenerativer Landwirtschaft gesehen, über welche ich eine Serie geschrieben habe: https://www.food-revolution.info/t/regenerative-landwirtschaft
Und tatsächlich haben die meisten Medien keine Zeit und keinen Platz für differenzierte Auseinandersetzung. Das sehe ich an jeder Medienkonferenz zum Thema Landwirtschaft. Nur ein Beispiel:
2025 organisierten Bio Suisse und das Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL (zwei der weltweit renommiertesten Bio-Organisationen) eine Medienkonferenz zum Thema «Die Milchkuh ist kein Klimakiller, sie kann sogar ein Klimaretter sein». Es kamen genau drei Journalisten: Die KollegInnen der beiden nationalen Landwirtschaftszeitungen und ich. Für alle anderen Medien war das «zuwenig Feindbild Landwirtschaft».