Die Klimabilanz unseres Essens entsteht von der Landwirtschaft über Verarbeitung und Handel bis zum Haushalt. Das zeigt die Studie «Klimawirksamkeit der Ernährung in Deutschland» von Agora Agrar.
Ihre «Beweise» sind keine Fakten und ihre Argumentation ist ziemlich widersprüchlich. Nur zwei Beispiele:
❌ «Nennen Sie mir ein Werbeschild in der Schweiz, auf der eine nachhaltiges Obst und Gemüse beworben wird. Egal wo , Autobahnen, Flughäfen etc. Die Antwort lautet. Nirgendwo. Es ist nicht gewollt, das Sie nachhaltige Lebensmittel kaufen.»
✅ Jede Zeitung und Zeitschrift ist voll mit Inseraten für Bio Suisse und IP-Suisse. An vielen Plakatwänden hängt Werbung für Bio Suisse und IP-Suisse. Im TV laufen Werbespots für Bio Suisse und IP-Suisse. Alleine der Schweizer Detailhändler Coop (Marktanteil 43%) hat über 5.000 Bio-Lebensmittel im Sortiment. Zum Vergleich: Ein Aldi-Markt in Deutschland führt nur 2.000 Artikel im Standardsortiment.
❌ «Das System ist das Problem. Ändern wir es nicht, werden die Regale weiter in der Mehrzahl mit industriell hergestellten “ Lebensmitteln“ beladen sein.»
✅ «Das System ändern» wollte ich mit 20 Jahren. In der Studenten-WG, Che Guevara an die Wand gepinnt, lange Grundsatzdebatten und lange Haare und Fliegerjacke MA-1.
Geblieben ist nur die Fliegerjacke 😉 und die Erkenntnis, dass ich als Journalist meinen LeserInnen den Weg zu einem ressourcenschonenden Ernährungssystem mit regional erzeugten Lebensmitteln zeigen kann. Und das ist immerhin schon etwas.
Herzlichen Dank für den Hinweis. Es gibt da ein kleines Problem: Ich kann die endlosen Kriege, die Kapitalmaximierung der Agrarkonzerne die Ausbeutung der Lebensmittelindustrie nicht ändern.
Was ich vielleicht ändern kann: Ich kann den KonsumentInnen (aka meinen LeserInnen) den Weg zu einem ressourcenschonenden Ernährungssystem mit regional erzeugten Lebensmitteln zeigen. Je mehr KonsumentInnen die Ernährungswende mitmachen, desto mehr sind «die Grossen» gezwungen, entsprechend zu produzieren.
Was natürlich nicht ausschliesst, dass ich «die Grossen» kritisiere: Die Kriegsverbrecher wie Putin und Trump. Oder Agrarkonzerne wie Cargill, ADM, Bunge, Louis Dreyfus sowie den chinesische Staatsbetrieb COFCO (Saatgut) respektive Nutrien, Bayer CropScience, Corteva, Syngenta (Dünger etc.). Oder die Lebensmittelkonzerne Nestlé, PepsiCo, Unilever, JBS und Archer Daniels Midland.
Aber was stört es die Eiche, wenn sich ein Wildschwein an ihr reibt.
Man kann an der Welt verzweifeln – oder man kann in seiner eigenen kleinen Welt (Familie, Freunde) mit gutem Beispiel vorangehen.
«Für 80 % der Verbraucher fehlt die Finanzkraft dafür. Und das in einen der reichsten Länder der Erde!»
In Deutschland und Österreich gelten 16 bis 20 Prozent der Bevölkerung als armutsgefährdet, in der Schweiz 9 Prozent (beide Zahlen aufgerundet). Von diesen Menschen verlangt niemand, dass sie teurere Bio-Lebensmittel kaufen.
Aber die restlichen 80 bis 90 Prozent können alleine mit einer nachhaltigen Prioritätensetzung (älteres oder neuestes iPhone? ÖV oder Auto? Strandurlaub oder Balkonien? etc.) problemlos Bio-Lebensmittel kaufen.
Was man als Mieter nur bedingt beeinflussen kann, ist die Abhängigkeit von fossilen Energien. Ich musste lange eine Wohnung ohne fossile Energien mit ÖV-Anschluss suchen – aber jetzt bin ich unabhängig von Heizöl und Gas, brauche ohne Auto auch kein Benzin oder Diesel.
Dazu kommt ein nachhaltiges Einkaufsverhalten: Mein Einkaufskorb ist mit Bio und IP-Suisse-Produkten gefüllt nicht teurer als der Einkaufskorb der Kundin hinter mir, die ihn mit Toastbrot (statt Vollkorn-Roggenbrot), Nutella (statt Birnendicksaft), Keksen und Schleckzeug (statt Früchten) und Tiefkühl-Zeugs statt frischem Gemüse füllt.
Die KonsumentInnen sind tatsächlich das schwächste Glied in der Kette. Aber eine Kette ist immer nur so stark, wie ihr schwächstes Glied.
Wie ich schon geschrieben habe – und wie auf meiner Website hundert Mal zu lesen ist: Je mehr KonsumentInnen die Ernährungswende mitmachen, desto mehr sind «die Grossen» gezwungen, entsprechend zu produzieren.
Am besten du isst ab sofort nichts mehr.
Das würde uns allen helfen und das Klima retten.
Danke.
Herzlichen Dank für den intelligenten und differenzierten Kommentar.
Immer wieder gerne.
Vielleicht hilft es ja beim Nachdenken.
Ihre «Beweise» sind keine Fakten und ihre Argumentation ist ziemlich widersprüchlich. Nur zwei Beispiele:
❌ «Nennen Sie mir ein Werbeschild in der Schweiz, auf der eine nachhaltiges Obst und Gemüse beworben wird. Egal wo , Autobahnen, Flughäfen etc. Die Antwort lautet. Nirgendwo. Es ist nicht gewollt, das Sie nachhaltige Lebensmittel kaufen.»
✅ Jede Zeitung und Zeitschrift ist voll mit Inseraten für Bio Suisse und IP-Suisse. An vielen Plakatwänden hängt Werbung für Bio Suisse und IP-Suisse. Im TV laufen Werbespots für Bio Suisse und IP-Suisse. Alleine der Schweizer Detailhändler Coop (Marktanteil 43%) hat über 5.000 Bio-Lebensmittel im Sortiment. Zum Vergleich: Ein Aldi-Markt in Deutschland führt nur 2.000 Artikel im Standardsortiment.
❌ «Das System ist das Problem. Ändern wir es nicht, werden die Regale weiter in der Mehrzahl mit industriell hergestellten “ Lebensmitteln“ beladen sein.»
✅ «Das System ändern» wollte ich mit 20 Jahren. In der Studenten-WG, Che Guevara an die Wand gepinnt, lange Grundsatzdebatten und lange Haare und Fliegerjacke MA-1.
Geblieben ist nur die Fliegerjacke 😉 und die Erkenntnis, dass ich als Journalist meinen LeserInnen den Weg zu einem ressourcenschonenden Ernährungssystem mit regional erzeugten Lebensmitteln zeigen kann. Und das ist immerhin schon etwas.
Herzlichen Dank für den Hinweis. Es gibt da ein kleines Problem: Ich kann die endlosen Kriege, die Kapitalmaximierung der Agrarkonzerne die Ausbeutung der Lebensmittelindustrie nicht ändern.
Was ich vielleicht ändern kann: Ich kann den KonsumentInnen (aka meinen LeserInnen) den Weg zu einem ressourcenschonenden Ernährungssystem mit regional erzeugten Lebensmitteln zeigen. Je mehr KonsumentInnen die Ernährungswende mitmachen, desto mehr sind «die Grossen» gezwungen, entsprechend zu produzieren.
Was natürlich nicht ausschliesst, dass ich «die Grossen» kritisiere: Die Kriegsverbrecher wie Putin und Trump. Oder Agrarkonzerne wie Cargill, ADM, Bunge, Louis Dreyfus sowie den chinesische Staatsbetrieb COFCO (Saatgut) respektive Nutrien, Bayer CropScience, Corteva, Syngenta (Dünger etc.). Oder die Lebensmittelkonzerne Nestlé, PepsiCo, Unilever, JBS und Archer Daniels Midland.
Aber was stört es die Eiche, wenn sich ein Wildschwein an ihr reibt.
Man kann an der Welt verzweifeln – oder man kann in seiner eigenen kleinen Welt (Familie, Freunde) mit gutem Beispiel vorangehen.
«Für 80 % der Verbraucher fehlt die Finanzkraft dafür. Und das in einen der reichsten Länder der Erde!»
In Deutschland und Österreich gelten 16 bis 20 Prozent der Bevölkerung als armutsgefährdet, in der Schweiz 9 Prozent (beide Zahlen aufgerundet). Von diesen Menschen verlangt niemand, dass sie teurere Bio-Lebensmittel kaufen.
Aber die restlichen 80 bis 90 Prozent können alleine mit einer nachhaltigen Prioritätensetzung (älteres oder neuestes iPhone? ÖV oder Auto? Strandurlaub oder Balkonien? etc.) problemlos Bio-Lebensmittel kaufen.
Was man als Mieter nur bedingt beeinflussen kann, ist die Abhängigkeit von fossilen Energien. Ich musste lange eine Wohnung ohne fossile Energien mit ÖV-Anschluss suchen – aber jetzt bin ich unabhängig von Heizöl und Gas, brauche ohne Auto auch kein Benzin oder Diesel.
Dazu kommt ein nachhaltiges Einkaufsverhalten: Mein Einkaufskorb ist mit Bio und IP-Suisse-Produkten gefüllt nicht teurer als der Einkaufskorb der Kundin hinter mir, die ihn mit Toastbrot (statt Vollkorn-Roggenbrot), Nutella (statt Birnendicksaft), Keksen und Schleckzeug (statt Früchten) und Tiefkühl-Zeugs statt frischem Gemüse füllt.
Die KonsumentInnen sind tatsächlich das schwächste Glied in der Kette. Aber eine Kette ist immer nur so stark, wie ihr schwächstes Glied.
Wie ich schon geschrieben habe – und wie auf meiner Website hundert Mal zu lesen ist: Je mehr KonsumentInnen die Ernährungswende mitmachen, desto mehr sind «die Grossen» gezwungen, entsprechend zu produzieren.