Bodengesundheit verstehen: Regenerative Landwirtschaft in 8 Reportagen
Regenerative Landwirtschaft ist ein Schlagwort. Was ist echt regenerativ und was nur ein Etikett? Wo sind die Grenzen und Widersprüche? Acht spannende Reportagen zeigen den Boden als lebendes System.

Regenerative Landwirtschaft ist kein Wohlfühl-Label für den Acker. Es ist die anspruchsvolle Aufgabe für Landwirte, das Fundament unseres Essens wieder belastbar zu machen: Einen Boden, der Wasser hält, der Nährstoffe puffert, der Leben trägt – und der unter Wetterextremen nicht sofort «kippt».
Diese Übersicht hilft dir, dich in den neun Reportagen der Serie schnell zurecht zu finden – und je nach Interesse leicht einzusteigen oder dich gezielt zu vertiefen.
So liest du die Serie
Wenn du wenig Zeit hast (Beginner-Pfad)
Starte hier: Was regenerative Landwirtschaft ist – und warum Bodengesundheit der Kern ist.
Dann: Regenerative Landwirtschaft in 10 Punkten und Vergleich mit Bio, Demeter sowie IP-Suisse.
Zum «Aha»: Boden lesen lernen (Spatenprobe, Bodensonde, Geruch, Krümel).
Wenn du tiefer reinknien willst (Praxis & Mechanik)
Bodenbearbeitung ohne Pflug-Nostalgie: «Nicht pflügen, sondern füttern».
Gründüngung: Pflanzen, die man nicht erntet – aber die vieles verändern.
Wenn du Zahlen, Evidenz und Zielkonflikte wissen willst
Der DOK-Versuch: Bio, Demeter und konventionelle Landwirtschaft im Vergleich – inklusive Vergleich von Ertrag und Ökologie.
Der Oberacker-Versuch: Direktsaat vs. Pflug – was 30 Jahre Praxis zeigen.
Beitrags-Übersicht
Warum lesen? Weil dieser Text die Begriffe entwirrt: Was ist echt «regenerativ» – und was ist nur Etikett?
Du lernst:
Warum Bodengesundheit das zentrale Betriebssystem der Ernährung ist.
Warum «regenerative Lendwirtschaft» auch nur ein Hype-Begriff sein kann – und wie man ihn prüft.
Wie sich Landwirtschaft verändert hat (Produktivität, Flächendruck) – und was das für Böden bedeutet.
Alltag: Du bekommst Kriterien, um beim Einkauf zu erkennen, ob «regenerativ» nur Marketing-Sprech ist oder wirklich Substanz hat.
Warum lesen? Weil du hier ein praktisches Raster bekommst – und weil die Frage ehrlich beantwortet wird: Wo sind Grenzen und Widersprüche?
Du lernst:
Die 10 Merkmale regenerativer Landwirtschaft (von Humusaufbau bis Wissensaustausch).
5 typische Kritikpunkte (Investitionen, Fläche, Arbeit, Erträge in der Umstellung, Zeitverzug).
Gemeinsamkeiten/Unterschiede im Vergleich zu Bio, Demeter und IP-Suisse.
Alltag: Du kannst künftig differenzierter fragen: «Was genau macht ihr Landwirte regenerativ – und woran messt ihr Erfolg?»
Warum lesen? Weil hier Boden plötzlich nicht mehr nur «Dreck» oder abstrakt ist: du siehst, riechst und verstehst ihn.
Du lernst:
Warum regenerative Landwirte am Boden knien und an Erdschollen riechen.
Wie Landwirte die Bodenqualität danach mit der Spatenprobe beurteilen.
Warum Boden in der regenerativen Landwirtschaft als lebendiger Organismus gedacht wird (Bedeckung, Schutz).
Alltag: Du bekommst ein Gefühl dafür, warum «guter Boden» nicht nur Ertrag, sondern auch Resilienz bedeutet.
Warum lesen? Weil dieser Text die zentrale Provokation ausbuchstabiert: Weniger «Eisen» (= Pflug), mehr Biologie – und was das praktisch heisst.
Du lernst:
Was eine Flächenrotte ist – und warum sie den Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln reduzieren kann.
Warum der regenerative Landwirt wie ein Archäologe «Schicht für Schicht» denkt, bevor er Technik einsetzt.
Warum in diesem Denken ein Feld kein Objekt, sondern ein Organismus ist (erst verstehen, dann fräsen).
Alltag: Du verstehst, warum «pfluglos» nicht automatisch gut ist – es hängt am System dahinter.
Warum lesen? Weil Gründüngung die unspektakuläre Massnahme ist, die im System oft am meisten verschiebt.
Du lernst:
Dass Gründüngung Pflanzen nutzt, die den Boden füttern statt den Markt.
Wie sie Humus aufbaut und CO₂ im System bindet.
Wie sie Boden vor Abschwemmung und Austrocknung schützt – und Bodenleben ernährt.
Alltag: Du kannst die Monokultur (bei der eine einzige Nutzpflanzenart über mehrere Jahre hintereinander angepflanzt wird) ein für allemal vergessen: Vielfalt ist nicht Deko, sondern Bodenversicherung.
Warum lesen? Weil dieser Text das liefert, was in der Debatte über Landwirtschaft oft fehlt: Langzeitdaten statt Glaubenssätze.
Du lernst:
Was der DOK-Versuch seit Jahrzehnten vergleicht (Bio, Demeter und konventionelle Landwirtschaft).
Welche Stärken Bio-Böden zeigen (Leben, Wasser, Nährstoffe) – und wo bei Bio der Ertrag ein Zielkonflikt bleibt.
Warum Bewertungen «pro Hektar» und «pro Kilo Lebensmittel» zu unterschiedlichen Urteilen führen können.
Alltag: Du bekommst Argumente, um Diskussionen über Bio, Demeter und konventionelle Landwirtschaft weniger ideologisch zu führen.
Warum lesen? Weil hier zwei Systeme über Jahrzehnte gegeneinander laufen – und der Boden «mitprotokolliert».
Du lernst:
Was der Oberacker-Versuch seit 1994 untersucht: Pflug vs. Direktsaat/pfluglos.
Wie Bodenexperten Gesundheit im Boden «lesen» (Regenwürmer, Krümel, Wurzeln).
Was Langzeitversuche über Zukunftsfähigkeit verraten – jenseits von Jahresmoden.
Alltag: Du verstehst, warum «die eine Massnahme» nicht reicht – es geht um Kombinationen.
Im Frühjahr 2026 folgen saisongerecht noch zwei Beiträge
Tiere und Weidemanagement auf dem Biohof Frigg in Pratval GR
Agroforstsysteme und Biodiversität auf dem Hof Adlerzart in Oberrüti AG
Mini-Glossar (für alle, die ohne Agrarstudium verstehen wollen)
Bodengesundheit: Wie gut ein Boden Leben trägt, Wasser hält und Nährstoffe puffert.
Humus: Fein zersetzte organische Substanz; wichtig für Struktur und Wasserspeicher.
Bodenbedeckung: Boden nicht nackt lassen (Pflanzen/Reststoffe), damit er geschützt bleibt.
Gründüngung: Pflanzenanbau zur Bodenverbesserung – nicht zur Ernte.
Mulchen: Boden mit Pflanzenmaterial bedecken (Schutz, Futter für Bodenleben).
Minimalbodenbearbeitung: Schonender Eingriff, um Struktur und Bodenleben zu schützen.
Direktsaat: Säen ohne Pflügen; Saatgut kommt direkt in den Boden.
Agroforst: Bäume/Sträucher systematisch in Acker/Weide integrieren.
Zum Schluss
Was sich durch alle Texte zieht: Regenerative Landwirtschaft ist weniger eine Technik als ein Denken in Zusammenhängen – der Boden als lebendes System, die Zeit als Faktor, die Zielkonflikte als Realität.
Frage an die LeserInnen (zur Beantwortung in den Kommentaren): Welcher Beitrag hat dir am meisten geholfen, die regenerative Landwirtschaft konkret zu verstehen – und an welcher Stelle bist du skeptisch geblieben?



I just shared a story from a 7th generation farm - would love for you to read it!
Herzlichen Dank für diesen Artikel. Mein Zusatz. Das Kapital muss von den Böden verschwinden.