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Minze richtig trocknen: So bleiben Aroma und Farbe erhalten

Wer Minze aus dem Garten falsch trocknet, konserviert nicht den Sommer. Er produziert Heu mit Erinnerung an Zahnpasta. Dabei braucht es nur Schatten, Luft und Geduld für den selbst gemacht Minze-Tee.

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Jürg Vollmer
Juni 08, 2026
Dichter Bestand frischer Minze in einem sonnigen Gartenbeet, mit aufrechten Trieben, behaarten Stängeln und gegenständig angeordneten, gezähnten Blättern. Im Hintergrund liegen dunkle Erde und Steine.
Minze ist für ihre enorme Ausbreitungsfreude bekannt und kann schnell den ganzen Garten überwuchern. Bevor ich sie inklusive Wurzeln ausgrabe und ins Grüngut gebe, ernte ich an einem trockenen, warmen Tag Anfang Juni gleich büschelweise Minze-Sprossen. (Foto: Jürg Vollmer)

Kurz & bündig

Minze richtig trocknen: Der beste Zeitpunkt liegt kurz vor der Blüte im Juni bis Juli, wenn die Blätter besonders aromatisch sind.

Minze sollte trocken, sauber und in kleinen Büscheln an einem luftigen, schattigen Ort trocknen.

Getrocknete Minze richtig lagern: ganze Blätter, im Idealfall dunkles Glas, luftdicht verschlossen und vor Licht geschützt.

Getrocknete Minze verwenden: als Tee, in Joghurt-Saucen, zu Linsen, Bohnen, Erbsen, Couscous, Lamm oder vorsichtig in Desserts.

Die Minze wächst an lichten Waldrändern, auf feuchten Waldlichtungen und Bergwiesen oder entlang von Wasserläufen und Gräben. Und in meinem Garten.

Die Garten-Vorbesitzer haben vor Jahren ein paar grüne Stängel angepflanzt, weil sie so frisch duften. Seither hat die Minze den Garten übernommen. Damit ich überhaupt ein Gemüsebeet anlegen kann, muss die Minze weg.

Bevor ich zum Spaten greife, ernte ich mit einer scharfen Schere ein grosses Büschel Minze zum Trocknen.

An einem trockenen, warmen Tag Anfang Juni ernte ich die Minze in meinem Garten gleich büschelweise. Kranke, gelbe, angefressene oder verschmutzte Blätter sortiere ich aus. Die übrig gebliebenen Pflanzen grabe ich aus und entferne auch das kleinste Würzelchen.

Eine grosse Menge frisch geschnittener Minze ist auf einem hellen Holzboden in Form eines Halbmonds ausgelegt. Die grünen Triebe mit ihren gegenständigen, leicht gezähnten Blättern liegen dicht an dicht, bevor sie zum Trocknen zerpflückt werden.
Minze schmeckt besonders aromatisch, wenn sie Knospen bildet, aber noch nicht blüht. Dann enthalten die Blätter viele ätherische Öle, und der frische Geschmack bleibt nach dem Trocknen besser erhalten. (Foto: Jürg Vollmer)

Wer Minze falsch trocknet, produziert Heu mit Erinnerung an Zahnpasta

Der Zeitpunkt für die Ernte passt: Minze schmeckt besonders aromatisch, wenn sie Knospen bildet, aber noch nicht blüht. Je nach Sorte liegt dieser Moment zwischen Juni und Juli.

Dann enthalten die Blätter viele ätherische Öle, und der frische Geschmack bleibt nach dem Trocknen besser erhalten.

Die Minze könnte ich im Hightech-Dörrgerät trocknen, im Backofen, rein theoretisch auch in der Mikrowelle und an der Sonne. Das Dörrgerät spare ich mir im doppelten Sinne des Wortes. Ebenso die Mikrowelle. Sie erhitzt zu aggressiv für das, was ich erhalten will: Duft, Farbe und Aroma.

Die Minze «ganz natürlich» in der Sonne zu trocknen, liegt nahe, ist aber eine schlechte Idee. Sonne trocknet nicht nur, sie bleicht und treibt mit ihrer Hitze flüchtige Aromastoffe aus. Was übrig bleibt, erinnert an das Herbarium meines Bio-Lehrers.

Die Minze-Blätter bestehen zu einem grossen Teil aus Wasser. Dieses Wasser muss weg – aber so schonend, dass Frische, ätherische Öle und der kühle, fast pfeffrige Geschmack bleiben.

Wer Minze falsch trocknet, konserviert nicht den Sommer. Er produziert Heu mit Erinnerung an Zahnpasta. Wer sie richtig trocknet, macht aus einem empfindlichen Frischprodukt einen Vorrat für sechs bis zwölf Monate.

In einem verdunkelten Schlafzimmer trocknen zahlreiche Bündel Minze kopfüber an einer quer gespannten Schnur. Die Stängel hängen dicht und frisch grün nach unten. Im Hintergrund stehen hohe weisse Kleiderschränke.
Zum Trocknen der Minze braucht es kein Hightech-Dörrgerät und keinen Backofen. Ich binde jeweils fünf Minze-Stängel zu kleinen Büscheln zusammen und hänge sie im gut gelüfteten und verdunkelten Schlafzimmer an eine Schnur. (Foto: Jürg Vollmer)

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